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Die BI Goldstein arbeitet daran, dass die Stadt Frankfurt die Planungen rechtzeitig den Bürgen von Goldstein zur Diskussion vorstellt.


Wegen Wohnungsmangel in Frankfurt soll die Wiese an der Strassburger Strasse (Goldstein Süd) mit Wohnungen bis zu 4 Etagen bebaut werden. Wir finden das falsch und möchten dagegen Stimmen sammeln.

Karte:

Entlang der Strassburger Strasse sollen neue Wohnungen entstehen.

 

 

 Allgemeine Ziele und Zwecke der Planung: Karte:


Allgemeine Ziele und Zwecke der Planung

Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes soll Planungsrecht für ein Allgemeines Wohn- gebiet geschaffen werden, mit dem nicht mehr benötigte Verkehrsflächen zur Ergänzung nördlich angrenzender Wohngebiete herangezogen werden. Mit dem Bebauungsplan soll dem dringenden Wohnbedarf in der Stadt Frankfurt am Main Rechnung getragen werden.

Begründung

Lage des Plangebiets und räumlicher Geltungsbereich

Der räumliche Geltungsbereich des aufzustellenden Bebauungsplans Nr. 911 - Nördlich Straßburger Straße liegt im Frankfurter Stadtteil Schwanheim und umfasst eine Fläche von circa 3,0 ha.

Das Plangebiet liegt in der Goldsteinsiedlung in zentraler Lage nördlich von Goldstein- Süd und wird begrenzt im Norden durch die rückwärtigen Grundstücksgrenzen der Wohnbebauung der Straßen „An der Herrenwiese“ und „Am Wiesenhof“, im Nordosten durch die Goldsteinschule, im Osten durch die westliche Wohnbebauung der Straße „Boseweg“, im Süden durch die Straßburger Straße und im Westen durch die Kleingar- tenanlage an der Straßburger Straße.

Anlass, Erfordernis und Ziele

Frankfurt hat einen hohen Bedarf an zusätzlichen Wohnungen, da weiterhin mit einem deutlichen Bevölkerungswachstum zu rechnen ist. Für das Jahr 2030 werden 724.000 Einwohner mit Erst- und Nebenwohnsitz prognostiziert, was einem weiteren Zuwachs von ca. 20.000 Personen entspricht. Der steigenden Nachfrage nach Wohnraum soll mit der Schaffung attraktiven Wohnraums begegnet werden. Auch das Plangebiet kann da- zu einen wichtigen Beitrag leisten.

Planungsgrundlagen

Der Regionale Flächennutzungsplan (RegFNP) des Regionalverbands FrankfurtRhein- Main stellt für den überwiegenden Teil des Geltungsbereichs des aufzustellenden Be- bauungsplanes „Grünfläche, Parkanlage“ und „Vorbehaltsgebiet für den Grundwasser- schutz“ sowie für Teile des Gebiets „Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen“ dar. Der Bebauungsplan kann somit nicht aus den Darstellungen des RegFNP entwi- ckelt werden. Der Regionale Flächennutzungsplan ist gemäß § 13a (2) Nr. 2 Bauge- setzbuch (BauGB) zu berichtigen.

Der Bebauungsplan Nr. 302 - Goldstein - Süd - in Kraft getreten am 28.02.1978 - deckt den größten Teil des Plangebiets ab und setzt überwiegend „öffentliche Verkehrsfläche“ und begleitende „öffentliche Grünfläche“ fest. Eine kleine Fläche im Nordosten des Gel- tungsbereichs wird vom Bebauungsplan Nr. 720 - Siedlung Goldstein - in Kraft getreten am 02.03.1999 - abgedeckt, der für diesen Bereich „Schule“ und Baufenster für Gebäu- de mit zwei Vollgeschossen festsetzt.

Der Bebauungsplan wird im beschleunigten Verfahren als Bebauungsplan der Innen- entwicklung nach § 13a (1) Nr. 1 BauGB durchgeführt. Er sieht eine Erhöhung der Be- bauungsdichte auf Flächen innerhalb des Siedlungskörpers vor und überplant Flächen, die gemäß der Festsetzungen in alten Bebauungsplänen nicht mehr benötigt werden, und zu Wohnen umgenutzt werden sollen. Er stellt somit eine Maßnahme der Innenent- wicklung dar.

Der Bebauungsplan setzt weder eine zulässige Grundfläche von mehr als 20.000 m2 fest, noch begründet er die Zulässigkeit von Vorhaben, die einer Pflicht zur Durchfüh- rung einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegen oder tangiert Gebiete von gemein- schaftlicher Bedeutung oder Europäische Vogelschutzgebiete. Die Voraussetzungen des § 13a (1) BauGB zur Anwendung des beschleunigten Verfahrens sind somit erfüllt. Das Bebauungsplanverfahren kann nach § 13a (1) BauGB im beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung durchgeführt werden.

Konzept und städtebaulicher Entwurf

Bei dem Gebiet handelt es sich um eine Fläche, die ursprünglich als Vorhaltefläche für den U-Bahn- beziehungsweise Straßenbahnbau vorgesehen war. Im Falle einer künfti- gen Linienverlängerung, die dann voraussichtlich in Straßenmittellage erfolgen würde, verbleiben genug Flächen sowohl für den Verkehrsbedarf wie auch für künftige Wohn- bauflächen.

Die derzeitige Nutzung des Gebiets besteht aus einfach gestalteten, mit Baumpflanzun- gen gegliederten Rasenflächen.

Es kann hier eine Ergänzung der vorhandenen Wohngebiete mit vorwiegend niedrigen bis mittleren Baustrukturen (II bis IV Geschosse) geschaffen werden, wobei die geeigne- te Dichte, die Angemessenheit der Gebäudetypen ebenso wie der Umfang öffentlicher und privater Grünflächen noch zu untersuchen ist.

Der Regionale Flächennutzungsplan soll im Wege der Berichtigung an die Ziele des Be- bauungsplans Nr. 911 angepasst werden. 

Unsere Fragen (BI) an den Stadtdezernenten (Antwort wird noch erwartet) (April 2015)

 

  

- Wie hoch wird die Anzahl der Wohnungen? 50 WE stehen im aktuellen Bericht zum Wohnungsbauprogramm. Ist das mit einer an den alten Ortsteil angepassten zweigeschossigen Bebauung (zwei + max.Satteldach)auf der vorhandenen Fläche erreichbar und realistisch? So war es bisher besprochen bzw. beschlossen worden im Ortsbeirat 6 und auch die Meinung von Herrn Cunitz im Bürgergespräch in F-Höchst Anfang des Jahres.

   

- Wie wird man die direkten Anlieger in der Planung berücksichtigen, deren Fenster, Terrassen und Siedlungsgärten mit Gemüse- und Obstanbau nur 2m von der Grenze zum neuen Baugebiet liegen? Das neue Baugebiet wird im Süden der Altbebauung entwickelt.

   

- Wer soll im neuen Baugebiet wohnen? Kann man sich auch private Bauherren vorstellen, die aus dem Bedarf des Ortsteils selbst kommen? Goldstein hat soziale Brennpunkte. Wie soll der 30% Anteil von gefördertem sozialen Wohnungsbau im neuen Baugebiet umgesetzt werden, der für jedes neue Planvorhaben beschlossen wurde? Wie kann so ein Einfügen in den Ortsteil gestaltet werden?

   

- Wie wird mit dem Eingriff in die öffentliche Grünfläche umgegangen (laut Grünflächensatzung der Stadt Frankfurt)? Wie wird der offensichtliche und tatsächliche Eingriff in unser Kaltluftentstehungsgebiet laut Klimaplan Frankfurt  thematisiert? Kann der Eingriff vernachlässigt werden,  weil das Kaltluftentstehungsgebiet im  Bebauungsplan bisher nicht geschützt worden ist? Der Bebauungsplan Goldstein - Süd setzt hier Verkehrsfläche für die Straßenbahn und öffentliche Grünfläche fest.

   

- Wie wird berücksichtigt, dass das neue Baugebiet im Seveso- Achtungsabstand Griesheim liegt? Dass das so ist, wurde bei dem Gespräch der Industrie mit dem Vereinsring Griesheim eine Woche vor Ostern 2015 deutlich.

   

- Wie wird berücksichtigt, dass die aktuelle industrielle Entwicklung in Griesheim bezüglich der Emissionen nicht eingefroren werden kann? Teile von Goldstein waren stark vom sogenannten

" gelben Regen" 1993 betroffen.

     

- Warum soll der neue Bebauungsplan in einem § 13a - Verfahren entwickelt werden? Wird dieses Verfahren der tatsächlich vorhandenen Problematik gerecht?

   

- Wie soll mit der bisher nicht bebauten aber im Plan festgesetzten Schulentwicklungsfläche der Goldsteinschule umgegangen werden? Soll das alles mit Wohnungsbau überplant werden? Viele der Grundschulkinder werden seit Jahrzehnten in Baracken unterrichtet. Schulische Bertreungsplätze sind Mangelware und unter solchen Umständen nicht zu realisieren. Goldstein hat einen höheren Kinderanteil als der Durchschnitt in Frankfurt.

   

- Wie will man die Ersatzfläche für die Straßenbahntrasse in der Straßburger Straße schaffen? Wird das im neuen Bebauungsplan mit geregelt? Die Straßenbahn soll seit langem aus dem Wald in den Ort verlegt werden u.a., um die langen Fußwege bis in den Wald zu verkürzen. Das neue Baugebiet wird auf der Trasse der Straßenbahn geplant. Stattdessen soll die Straßenbahn mit 2 Haltestellen irgendwie in einer verbreiterten Straßburger Straße verlaufen.

   

- Wie geht man mit dem Tannenkopfweg um? Die Straßburger Straße wurde mit dem Bebauungsplan Goldstein- Süd als Entlastungsstraße für den Tannenkopfweg neu gebaut. Wenn für das Neubaugebiet die Straßenbahn in die Straßburger Straße statt auf die separate Trasse gelegt wird, dann wird die Straßburger Straße zum Nadelöhr statt zur Entlastungsstraße. Wie will man das verhindern?

Der Tannenkopfweg liegt in der Tempo 30-Zone, ist verkehrsberuhigt umgebaut, trägt aber weiterhin die Hauptlast des Verkehrs der 12000 Goldsteiner, die zur Uferstraße in Richtung City oder Höchst fahren. Dazu kommt noch der Schulverkehr des IGS als Olympiastützpunktschule, Lieferverkehr und der kleingewerbliche Verkehr (Goldstein ist ein Handwerkerdorf).

     

- Welches städtebauliche Bild will man erreichen bei dem schmalen Baufeld?  Wenn die Straßburger Straße künftig die Trasse der Straßenbahn aufnehmen soll und beidseits einen Fußweg  erhält, verbleiben im Schnitt 14-16m Bautiefe für das Neubaugebiet. Zu berücksichtigen ist zusätzlich sicher auch noch ein Radweg. Wie soll das funktionieren?